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Wie hängen Armut, Bildung, Geschichte und Geschlechtergerechtigkeit zusammen? Warum ist Menstruation für Millionen Mädchen weltweit noch immer ein Hindernis für den Schulbesuch? Und welche Rolle spielen Kolonialismus, kulturelle Prägungen und unser eigener Blick auf den Globalen Süden?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich interessierte Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8 bis 11 in einem 2,5-stündigen Workshop mit der BtE-Referentin Nina Heinz von Bildung trifft Entwicklung (Engagement Global). Die Referentin brachte dabei nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern auch einen reichen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und zahlreichen Aufenthalten in verschiedenen Ländern Afrikas mit. Dadurch gelang es ihr, komplexe globale Zusammenhänge anschaulich und authentisch zu vermitteln.

Ausgangspunkt des Workshops war das Thema Menstruationsarmut, das weit über die Frage fehlender Hygieneprodukte hinausgeht. Anhand dieses Beispiels verdeutlichte die Referentin, wie historische Entwicklungen, kulturelle Vorstellungen, gesellschaftliche Strukturen und globale Ungleichheiten bis heute die Lebensrealitäten vieler Mädchen und Frauen prägen. Dabei wurde deutlich, dass Herausforderungen wie fehlender Zugang zu Bildung, Armut oder die Benachteiligung von Frauen nur verstanden werden können, wenn Geschichte, Politik, Kultur und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gemeinsam betrachtet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Blick auf Afrika. Anstatt einen ganzen Kontinent auf Armut oder Krisen zu reduzieren, zeigte der Workshop die Vielfalt des Kontinents, seine unterschiedlichen Lebensrealitäten und kulturellen Perspektiven. Die Schülerinnen hinterfragten eigene Vorstellungen, diskutierten über eurozentrische Sichtweisen und wurden dafür sensibilisiert, globale Themen differenziert zu betrachten.

Die Inhalte regten zu intensiven Gesprächen an und hinterließen einen bleibenden Eindruck. Viele Schülerinnen zeigten sich überrascht von den Lebensbedingungen, mit denen Mädchen und Frauen in manchen Regionen der Welt konfrontiert sind, und erschüttert darüber, dass Menstruation vielerorts noch immer tabuisiert wird und Mädchen dadurch benachteiligt werden.

„Es hat mich überrascht, wie manche Mädchen und Frauen leben, da ich mich im Alltag bisher kaum mit solchen Themen beschäftigt habe.“

„Es hat mich schockiert, wie viele Mädchen und Frauen noch immer unter diesen brutalen Umständen leben müssen.“

„Es hat mich schockiert, dass es Väter gibt, die sich weigern, ihren Töchtern Menstruationsartikel zu kaufen, obwohl Menstruation doch etwas ganz Natürliches ist.“

Zugleich machte der Workshop deutlich, dass Entwicklungszusammenarbeit weit mehr bedeutet als finanzielle Unterstützung. Sie lebt von Wissen, gegenseitigem Verständnis und der Bereitschaft, die eigene Perspektive zu hinterfragen. So vertiefte die Veranstaltung das Verständnis für die Lebensrealitäten von Mädchen weltweit – und damit auch für die Situation an der tansanischen Projektpartnerschule Thomas Nyimbo Secondary School.