Eine Reise ins Immunsystem

Am 18.11.11 ist es für die Klassen 9a und 9b so weit: Die Schüler brachen zu einer Reise ins Immunsystem auf, die sie in die Dr. Haunersche Kinderklinik nach München führte.
Nachdem die zahlreichen Zuhörer von Frau Gründel, der Vorsitzenden der DSAI (Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte e.V.) begrüßt wurden, führte sie Frau Dr. Rack mit der Frage, wie eine Infektion verläuft, in das Immunsystem ein.
Sie stellte uns zunächst die Erreger von Infektionskrankheiten, die Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze vor, die überall in unserer Umgebung vorhanden sind.
Aus diesem Grund ist es verwunderlich, dass wir nicht permanent krank sind, obwohl wir ständig diesen kleinen Biestern ausgesetzt sind.
Des Rätsels Lösung sind zum einen die Schutzbarrieren, z.B. der Haut, und zum anderen das Immunsystem, das ständig aktiv ist und uns vor Abwehrzellen verteidigt. Dabei arbeiten zwei „Teams“ zusammen: das angeborene und das erworbene Immunsystem.
Frau Dr. Rack erklärte anschaulich den genauen Verlauf einer Abwehrreaktion und ging zuletzt auf die passive und aktive Impfung ein.

Im anschließenden Vortrag stellte uns Frau Dr. Notheis Krankheitsbilder vor, die Patienten mit Immundefekten besitzen. Da deren Immunsystem nicht optimal arbeitet, ist es nicht ungewöhnlich, dass diese Patienten während eines Jahrs an mehr als zwei Lungenentzündungen und starken Nasennebenhöhleninfektionen leiden. Es treten sehr häufig starke Mittelohrentzündungen auf, wobei sich die Erkrankungen bei einer zweimonatigen Einnahme von Antibiotika nur schwer in den Griff bekommen lassen. Frau Dr. Notheis stellte uns verschiedene Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten bei Immundefekten vor: der Verabreichung von aus Spenderblut gewonnenen Immunglobulinen, der Gentherapie und der Knochenmarktransplantation.

Letztere Therapiemöglichkeit wurde von Frau Dr. Bittner genauer erläutert, die sehr anschaulich diesen medizinischen Eingriff beschrieb.

Abgerundet wurde die Informationsveranstaltung durch den Vortrag einer jungen Patientin, die an einer schweren chronischen Neutropenie litt und die durch eine Knochenmarktransplantation behandelt wurde. Als die junge Frau von ihrem Leiden und der Krankheit berichtete war es ganz still im Hörsaal und die Schüler und Lehrer waren sichtlich gerührt. Ein Moment, bei dem sich vielleicht der ein oder andere darüber bewusst geworden ist, wie froh und glücklich man sich schätzen kann, wenn man gesund ist und „nur“ mal mit Fieber zu Hause im Bett liegt, wenn das intakte Immunsystem mit den Erregern kämpft.

Alles in allem war es ein gelungener und lehrreicher Tag!

HF